Wort der Rektorin

Kaum ein Beruf ist für unsere Gesellschaft sinnstiftender und nachhaltiger als der Lehrerberuf. Lehrpersonen leiten Schülerinnen und Schüler zum Lernen an, strukturieren den Stoff, gestalten das soziale Miteinander und fördern die Kinder in ihrer Entwicklung. Vor- und Primarschullehrer·innen prägen Generationen von Schülerinnen und Schülern, tragen hohe Verantwortung für ihre Klassen und helfen mit ihrem Wissen, ihrem Vorbild, ihren Normen und Werten, die Zukunft unserer Gesellschaft zu gestalten.

Die HEP|PH FR bereitet Nachwuchslehrer·innen auf diese wichtige Aufgabe optimal vor. Sie begleitet sie bei der Einführung in den Beruf und bietet Weiterbildungen an. Das Studium findet dabei in humanen Dimensionen statt. Unsere zweisprachige Hochschule ist mit aktuell rund 460 Studentinnen und Studenten überschaubar. Die rund 90 Dozentinnen und Dozenten kennen ihre Studentinnen und Studenten und können sie in ihrer Entwicklung, ihrem Wissens- und Spracherwerb begleiten. Die Vertiefung der Partnersprache erfolgt durch Kurse, Austausch und Immersion, dient dem Dialog mit anderen Teilen des Kantons bzw. anderen Sprachregionen, der Erweiterung des persönlichen und kulturellen Horizonts, der künftigen Partizipation an grösseren Schulprojekten und ganz allgemein einer bedeutenden Erweiterung der beruflichen Perspektiven. Dabei unterstützt die HEP|PH FR alle Studentinnen und Studenten beim Spracherwerb, wenn nötig auch durch individuelle Massnahmen. Es ist im Übrigen die einzige Pädagogische Hochschule der Schweiz, in der beide Sprachgruppen unter einem Dach lernen, sich austauschen und permanent in Dialog stehen.

Unsere Absolventen erhalten mit dem Studium das Handwerkszeug, sich an Veränderungen schulischer, gesellschaftlicher, medialer bzw. technologischer Art angemessen anzupassen. Ziel ist, ein solides berufliches Selbstverständnis zu vermitteln, damit Lehrpersonen sich dauerhaft sicher in ihrem künftigen beruflichen Umfeld bewegen können. Dazu ist ebenso der Blick auf die Praxis notwendig wie der Blick auf die Forschung.

Derzeit bieten sich an der HEP|PH FR in den Teams günstige Bedingungen für die Forschung, welche eine weitere wichtige Aufgabe und Bereicherung der Pädagogischen Hochschulen darstellt. Die Forschung muss sich stets dem nationalen und internationalen Wettbewerb stellen und zudem auf die wandelnden Erkenntnisse, die schulische Realität, die wissenschaftliche Innovation und den gesellschaftlichen Wandel reagieren. Dabei bestehen an unserer Hochschule einzigartige Möglichkeiten zum wissenschaftlichen Austausch über die Sprach- und Kulturgrenzen hinweg, nicht zuletzt auch aufgrund des Instituts für Mehrsprachigkeit. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse fliessen wiederum in die Lehre ein und dienen auch dazu, den Studentinnen und Studenten ein wissenschaftlich fundiertes Studium anbieten zu können.

Die nächsten Herausforderungen unserer Hochschule bestehen darin, angemessen auf den aktuell hohen Bedarf an jungen Lehrer·innen im Kanton Freiburg zu reagieren. Unsere Hochschule hat zudem die Pflicht, sich bis spätestens am 31. Dezember 2022 zu akkreditieren, um ihren bisherigen Status zu wahren. Um dies zu erreichen, werden wir gemeinsam ein Qualitätssicherungssystem für alle Teile unserer Hochschule erarbeiten. Damit dies möglich ist, müssen zur Koordination aller Aktivitäten auch die Kommunikationskanäle ausgebaut werden.

Das sind zwei bedeutende Arbeitsfelder der nächsten Monate. Wichtig ist, dass wir den Anforderungen an unsere zweisprachige HEP|PH FR künftig gemeinsam begegnen, unsere Kräfte und Fähigkeiten bündeln und immer wieder zielgerecht einsetzen.

Prof. Dr. Katharina Mertens Fleury