Dissertationen

Hegemonie im Musikunterricht. Ein Beitrag zur Befremdung der eigenen Kultur
Doktorand: Olivier Blanchard
Universität: Technische Universität Braunschweig (Deutschland)
Doktorvater: Prof. Dr. Bernhard Weber

Promotion 2018
Die kulturelle Diversität stellt ein zentrales Thema in der Diskussion um den Musikunterricht dar, was sich in bildungspolitischen Forderungen ebenso wie in didaktischen Modellen und wissenschaftlich-theoretischen Überlegungen widerspiegelt. Trotzdem fehlt sowohl die empirische Gründung als auch die theoretische Verankerung der Interkulturellen Musikpädagogik. Diese Dissertation behandelt die Frage, welche Hegemonie den Musikunterricht dominiert. Zu ihrer Beantwortung wurde ein ethnografischer Zugang gewählt. Der Verfasser hat an 44 Musiklektionen an Deutschschweizer Sekundarschulen teilgenommen, deren spezifischen sozialen Praktiken beobachtet, protokolliert und im Anschluss interpretativ analysiert. Zusätzlich hat er sowohl mit Lehrpersonen und Schülerinnen und Schülern über seine Analysen gesprochen und die Protokolle dieser Gespräche in die weiteren Interpretationen miteinbezogen.

Die Vermittlung des Buddhismus im religionskundlichen Unterricht im Kanton Zürich: eine Bestandesaufnahme und Problematisierung aus religionswissenschaftlicher Sicht
Doktorandin: Lea Mägli
Universität: Universität Zürich 
Co-Betreuung: Prof. Dr. Roland Reichenbach (UZH), Prof. Dr. Ulrich Pagel (SOAS University of London) und Prof. Dr. Petra Bleisch (PH Freiburg) 
Ab 2021
 
Der Buddhismus ist eine der religiösen Traditionen die laut Lehrplan 21 im obligatorischen Religionen, Kulturen, Ethik Unterricht Eingang finden soll. Lehrpersonen müssen sich daher Gedanken dazu machen, wie sie den Buddhismus konzeptualisieren und unterrichten wollen. Eine Forderung in Bezug auf religionskundlichen Unterricht die international wie auch in der Schweiz immer wieder vorgebracht wird, ist die einer näheren Anbindung der Religionskunde an die Bezugsdisziplin der Religionswissenschaften. Dieses Projekt setzt es sich daher zum Ziel zu eruieren, welche Verständnisse zur Vermittlung des Buddhismus sich bei Lehrpersonen und in den von ihnen verwendeten Materialien finden lassen und inwiefern sich diese bereits an religionswissenschaftlichen Leitvorstellungen orientieren. Dazu wird das in der Vermittlung vorhandene Verständnis des Buddhismus in Interviews mit Lehrpersonen sowie mittels Dokumentenanalysen des Lehrplans und der verwendeten Lehrmittel eruiert und mit einer religionswissenschaftlichen Sichtweise kontrastiert. Dies geschieht mittels Grounded Theory, da noch keine spezifischen Theorien zur Vermittlung des Buddhismus im RKE Unterricht vorliegen auf die zurückgegriffen werden könnte. Abschliessend werden die Resultate der Analyse in Bezug auf mögliche Entwicklungsbereiche für die Fachdidaktik und die Ausbildung von Lehrpersonen hin betrachtet.

Markus Rassiller: Der Gegenstand „Religion“ im religionskundlichen Unterricht - Konzepte von Schüler·innen von „Religion“ / „religiös sein“ und mögliche didaktische Schlussfolgerungen
Universität Freiburg
Co-Betreuung: Prof. Dr. Ansgar Jödicke, Universität Freiburg; Dr. Petra Bleisch, PH Freiburg
Ab 2020

Schüler·innen beteiligen sich in ihrer Alltagswelt unter vielgestaltigen Perspektiven am Diskursfeld „Religion“. Die dadurch entstehenden Alltagsvorstellungen haben einen grossen Einfluss darauf, wie Schüler·innen im Unterricht über „Religion“ / „religiös sein“ kommunizieren oder auch, ob sie etwas überhaupt als „religiös“ klassifizieren. Die bisher vorliegenden Untersuchungen zu diesem Feld verfolgen allerdings vor allem ein religionspädagogisches Erkenntnisinteresse. Die befragten Schüler·innen nehmen meist an einem konfessionellen Unterricht teil. Empirische Untersuchungen innerhalb einer religionswissenschaftlichen Rahmung und im Kontext eines nicht-konfessionellen, religionskundlichen Unterrichts fehlen bisher. Daher wird in dieser Arbeit eine Grounded Theory zu den Konzepten von „Religion“ / „religiös sein“ entwickelt, ohne auf religionspädagogische Theorien / Modelle zurückzugreifen. Befragt werden dazu Schüler·innen aus den Sekundarstufen I und II, die seit längerer Zeit einen nicht-konfessionellen Unterricht besuchen. Als Kontrastgruppe werden aber auch Schüler·innen des Religionsunterrichts mit in die Untersuchung einbezogen. Die Ergebnisse werden in einem letzten Schritt im Hinblick auf mögliche Konsequenzen für die religionskundliche Fachdidaktik ausgewertet.